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    Informationen zu § 52a UrhG

    § 52a UrhG gestattet die Bereitstellung von Teilen urheberrechtlich geschützter Werke in elektronischen Semesterapparaten für Unterricht und Forschung.

    Die Vergütung der Nutzung des urheberrechtlich geschützten Materials erfolgt derzeit durch Pauschalzahlungen der Länder an die Verwertungsgesellschaften.

    Die Hochschulrektorenkonferenz, die Kultusministerkonferenz und die Verwertungsgesellschaft VG Wort haben eine vorläufige Vereinbarung zur Verwendung von Schriftwerken für Lehre und Forschung erzielt (Zwischenlösung bis 30. September 2017), zudem wird eine Arbeitsgruppe für die weitere Planung eingesetzt.

    Damit erübrigt sich das Schreiben vom 1. Dezember. Es ist nicht mehr erforderlich, zum 31.12.2016 urheberrechtlich geschützte Sprachwerke aus den WueCampus-Kursräumen zu entfernen, die Materialien können zunächst weiter verwendet werden.

    Lesen Sie dazu auch das Rundschreiben des Präsidenten und die offizelle Pressemitteilung der VG Wort.

    Für andere Werke als Sprachwerke bleibt die Nutzung in elektronischen Semesterapparaten auch über den 30. September 2017 möglich.

    Folgende Übersicht gibt eine erste Orientierung zur Online-Bereitstellung von Materialien.

    Möglichkeiten gemäß §52a UrhG

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    Einleitung

    Die Übereinkunft sieht für die Zwischenzeit – bis zum 30.09.2017 - noch einmal eine pauschale Vergütung der entsprechenden Nutzungen vor. Entgegen unserer diesbezüglichen Ankündigung können die elektronischen Semesterapparate daher innerhalb des gesetzlichen Rahmens weitergenutzt werden.

    Voraussetzungen für §52a UrhG in der Lehre

    § 52a UrhG erlaubt Ihnen zwar urheberrechtlich geschütztes Material zur Veranschaulichung im Unterricht zu verwenden.


    Dabei gelten folgende Bedingungen

    • Schutz dieser Materialien durch Einschreibeschlüssel oder Passwörtern
    • Bekanntgabe des Einschreibeschlüssel oder der Passwörter nur an Unterrichtsteilnehmer
    • Das Material dient nicht dazu Ihren Unterricht zu ersetzen

     

     

    Besteht ein Vorrang angemessener Lizenzangebote?

    Nach der Entscheidung des BGH, Urteil vom 28.11.2013 – I ZR 76/12, könnten Materialien nicht nach §52a UrhG zur Verfügung gestellt werden, wenn für die Materialien ein Lizenzangebot unschwer aufzufinden ist und die Verfügbarkeit des Werkes oder der Werkteile schnell und unproblematisch gewährleistet ist.
    Ob diese Rechtsprechung noch aufrecht erhalten werden kann, ist stark umstritten, weil in der Entscheidung des BGH die spätere Rechtsprechung des EuGH, Urteil vom 11.9.2014 – C-117/13, noch nicht berücksichtigt.

    Lizenzierung von E-Books und Datenbanken

    Die Universitätsbibliothek unterstützt Sie gerne bei der Lizenzierung von E-Books und Datenbanken, die über einzelne Veranstaltungen oder für eine Vielzahl von Studierenden eine Verbesserung des Lehr- und Lernsituation ermöglichen.

    Diese Anschaffungsvorschläge können Sie hier einreichen.

    Nach § 52a UrhG zulässiges Material

    • Sprachwerke (umfasst auch Abbildungen in Lehrbüchern)
    • kleine Teile eines Werkes (≤12% aber nicht ≤ 100 Seiten)
      Werke geringen Umfangs (z.B. ≤ 25 Seiten)
    • (alle anderen) Abbildungen
    • Musikstücke (≤ 5 Min.)
    • Noteneditionen (≤ 6 Seiten)
    • Filme
      Kurze Filme (≤ 5 Min.)
      Längere Filme (≤ 15% aber nicht ≤ 5 Min.)

    Achtung:

    Schulbücher sind als Material stets unzulässig.

    Materialien jenseits von §52a UrhG

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    Hintergrund

    Soweit Materialien für

    • öffentliche Vorträge
    • einen größen Kreis, als den am Unterricht Teilnehmenden
    • kommerzielle Zwecke

    online bereit gestellt werden, steht § 52a UrhG nicht als Rechtfertigung zur Verfügung.

    Welche Möglichkeiten Ihnen auch in diesen anderem Rahmen zur Verfügung stehen, können Sie folgend nachlesen.

    Zitate

    Eine Einbindung von einzelnen Abbildungen und Textauszügen in eigene Vorlesungsmaterialien als Zitat ist weiterhin möglich.

    Wichtig dabei ist, dass in den Vorlesungsskripten/-folien eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem zitierten Werkteil erfolgt und eine korrekte Urheber- und Quellenangabe beigefügt ist.

    Das Bereitstellen zusätzlicher Abbildungen/Textauszüge (z. B. als Anhang), mit denen keine Auseinandersetzung mehr stattfindet, ist hingegen nicht zulässig.

    Gemeinfreie Werke

    Werke von Autoren, die länger als 70 Jahre verstorben sind. Diese sind urheberrechtsfrei (sog. gemeinfreie Werke) und dürfen von jedermann genutzt werden.

    Bitte beachten Sie, dass nach den Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten die Angabe der Quelle und des Urhebers auch bei gemeinfreien Werken erforderlich ist.

    Creative Commons Lizenzen

    Bei Creative Commons (CC) handelt es sich um ein bestimmtes Lizenzmodell, das unterschiedliche Lizenzoptionen anbietet, aus denen der Urheber seinen individuellen Lizenzvertrag zusammenstellen kann. Diese Lizenzoptionen können für beliebige Werke verwendet werden: Texte, Bilder, Musikstücke, Videoclips usw. Auf diese Weise entstehen freie Werke.

    Es gibt vier Rechtemodule. Durch die Kombination dieser kann die Wirkung der Freigabe eines Werkes nach den Wünschen des Urhebers abgestuft werden:

    conKürzelName des ModulsKurzerklärung
    Cc-by new.svgbyNamensnennung (englisch: Attribution)Der Name des Urhebers muss genannt werden.
    Cc-nc.svgncNicht kommerziell (Non-Commercial)Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
    Cc-nd.svgndKeine Bearbeitung (NDerivatives)Das Werk darf nicht verändert werden.
    Cc-sa.svgsaWeitergabe unter gleichen Bedingungen (Share Alike)Das Werk muss nach Veränderungen unter der gleichen Lizenz weitergegeben werden.

    Tabelle von Wikipedia-Autoren Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

    Quelle Seite „Creative Commons“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. November 2016, 21:59 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Creative_Commons&oldid=160039200 (Abgerufen: 9. Dezember 2016, 16:31 UTC)

    Die CC-Lizenzen werden auch „Jedermannlizenzen“ genannt, da der Urheber gegenüber jedermann durch die Verwendung der CC-Lizenzverträge klarstellt, was mit den jeweiligen Inhalten geschehen darf und was nicht.

    Freie Lizenzen beutet nicht, dass das Werk lizenzfrei ist. Sie können Creative Commons Lizenzen nur Beachtung unter unbedingter Einhaltung der Lizenzbedingungen verwenden. Gute wissenschaftliche Praxis verlangt  zudem stets die Angabe des Urhebers und der Quelle voraus.

    Weitergehende Informationen finden Sie Opens external link in new windowhier.

    Open- Access- Materialien

    Bei Open Access Werken handelt es sich meistens um veröffentlichte Beiträge aus der Wissenschaft, die im Internet für jedermann frei zugänglich sind und uneingeschränkt gelesen, kopiert, zitiert und ausgedruckt werden dürfen.

    Open Access Inhalte finden sich auch bei (nahezu) allen Verlagen, es empfiehlt sich im Zweifelsfall immer zu überprüfen, ob der Artikel nicht bereits im Open Access erschienen sind.

    Datenbanken wie Opens external link in new windowWeb of Science und Opens external link in new windowScopus haben Filter für Open Access Artikel.

    Beispiele

    • Opens external link in new windowOPUS Würzburg
    • Directory of Open Access Journals (DOAJ)
    • Directory of Open Access Books (DOAB)
    • PubMed - U.S. National Institutes of Health (NIH) free digital archive of biomedical and life sciences journal literature
    • Suchmaschine für Open Access Inhalte BASE (Bielefeld Academic Search Engine)
    • Fachspezifische Informationen
    Open Educational Resources

    Open Educational Resources sind Bildungsmaterialien, die frei zur Verfügung gestellt sind. Sie dürfen von jedem bearbeitet, verbreitet und weiterentwickelt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Lern- und Lehrmaterialien auch kostenfrei zur Verfügung stehen.

    Beispiele:
    OpenLearnWare - Technische Universität Darmstadt
    OpenCourseWare Klagenfurt
    Open Content-Portal - TU Graz

    Andere elektronische Plattformen

    Urheberrechtlich geschützte Schriftwerke dürfen auch nicht auf anderen elektronischen Plattformen (wie Google Drive, Dropbox u.ä.) den Studierenden zur Verfügung gestellt werden.

    Elektronische Zeitschiften und E-Books

    Für vielen Medien werden durch die Universitätsbibliothek Lizenzen erworben.

    Bitte achten Sie darauf, nicht die Dateien der lizenzierten E-Artikel oder E-Books direkt einzustellen. Gestattet ist lediglich die Verlinkung auf den entsprechenden Artikel bzw. das E-Book.

    Häufige Fragen

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    Abbildungen

    Wegen der komplexen rechtlichen Situation bei der Rechtewahrnehmung von Abbildungen können diese rechtssicher nur im Rahmen des §52a UrhG, des Zitatrechts , gemeinfreier Werke oder unbedingter Einhaltung der Lizenzbedingungen mit freien Lizenzen verwendet (Open Access, Creative Commons, … ) werden.

    Die korrekten Urheber- und Quellenangaben sind stets erforderlich.


    Lesen Sie bitte auch die jeweiligen weitergehenden Hinweise.

    Anfertigen von Papierkopien

    Kopien dürfen von dem Dozenten nicht für alle Teilnehmer einer Lehrveranstaltung angefertigt werden.

    Zulässig sind jedoch nach § 53 Abs. 2 Nr. 1 UrhG Vervielfältigungen für den eigenen wissenschaftlichen Gebrauch, d.h. jeder einzelne Studierende darf für sich selbst Kopien anfertigen.

    Für Prüfungen ist eine Vervielfältigung in der erforderlichen Anzahl nach § 53 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 UrhG aber möglich.

    Werke aus dem Ausland oder in fremder Sprache

    Die VG-Wort nimmt die Rechte in Deutschland auch von ausländischen Urhebern wahr, soweit Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen worden sind.

    Eine Liste der Vertragspartner können Sie hier einsehen: https://www.vgwort.de/international/internationale-vertragsbeziehungen.html

    Im Zweifelsfall ist also stets anzunehmen, dass fremdsprachige Werke wie auch ausländische Werke von der VG Wort wahrgenommen werden.

    Schulungen

    Verwaltung

    Das allgemeinen Weiterbildungsprogramm der Universität bietet am

    Di, den 16 Mai, 10.15 - 12.00 Uhr

    eine Einführung in das Urheberrecht an.

    Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

    Rechenzentrum

    Auch in den IT-Kurse des Rechenzentrums finden sich regemäßig Workshops zu den urheberrechtlichen Hintergründen, für multimediale Lehrmaterialien.

    Die neusten Folien zum Workshop vom 30. Januar 2017 sind hier abrufbar.

     

     

    Kontakt

    Rechenzentrum der Universität Würzburg
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    Tel. +49 931 31-85050
    Fax: +49 931 31-850500

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